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  1. 1. „Social-Media-Recht“ Vortrag für die IHK Siegen am 23.09.2020, 10.00 – 14.00 Uhr
  2. 2. Dozent Rechtsanwalt Michael Rohrlich 2 zugelassen als Rechtsanwalt seit 03/2003 TÜV Süd zertifizierter Datenschutzbeauftragter (DSB-TÜV) seit 06/2012 Vorstandsmitglied des Webmasters Europe e.V. seit 09/2010 Mitglied im Expertenrat desWebmasters Europe e.V. seit 03/2019 Fachautor seit 1997 / Buchautor seit 2005 Dozent seit 1998 Video-Trainer bei LinkedIn Learning / Microsoft (ehem. video2brain) seit 07/2012
  3. 3. Dozent Tätigkeitsschwerpunkte 3
  4. 4. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 4
  5. 5. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 5
  6. 6. 1. Einführung / Überblick Social Media Definition:  „Ein soziales Netzwerk ist ein Onlinedienst, der die Möglichkeit zu Informationsaustausch und Beziehungsaufbau bietet. […] Auf der technischen Grundlage eines sozialen Mediums (Social Media), das als Plattform zum wechselseitigen Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Informationen eingesetzt wird, ergibt sich ein abgrenzbares soziales Netzwerk von Nutzern mit von ihnen erzeugten Inhalten.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_(Internet), 05.08.2020, 10.30 Uhr) 6
  7. 7. 1. Einführung / Überblick Social Media 7 Facebook Twitter LinkedIn Instagram Snapchat Tik-Tok WhatsApp Youtube Pinterest …
  8. 8. 1. Einführung / Überblick Social Media  Unterscheidung: rein private oder geschäftliche Nutzung?  entscheidende Weichenstellung insbesondere für… Impressumspflicht Markenrecht Wettbewerbsrecht Datenschutzrecht 8
  9. 9. 1. Einführung / Überblick Social Media  Gewinnerzielung ist für Einstufung als „geschäftlich“ nicht erforderlich, auch nicht-kommerzielle Angebote können „geschäftlich“ sein  abhängig von objektiven Bewertungskriterien  abonnierbare Profile werden i.d.R. als gewerblich eingestuft 9
  10. 10. 1. Einführung / Überblick Social Media  Beispiele für Wettbewerbsverstöße:  Einsatz von „Fake-Likes“  Herabwürdigung eines Konkurrenten  „Schleichwerbung“  falsche Preisangaben  … 10
  11. 11. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 11
  12. 12. 2. Inhalte Urheberrecht  Urheberrecht regelt Rechte & Pflichten von Urhebern & Rechteinhabern an ihrenWerken  Urheberrechtlich geschützte Werke sind persönliche geistige Schöpfungen auf dem Gebiet von Literatur,Wissenschaft und Kunst (§§ 1, 2 UrhG)  nur Leistungen von Menschen geschützt, nicht vonTieren oder Maschinen 12
  13. 13.  Urheberrecht entsteht kraft Gesetzes mit Vollendung / Verkörperung des Werks  also z.B., wenn ein Bild gemalt, ein Text geschrieben, ein Foto geschossen oder ein Video aufgenommen wird 13 2. Inhalte Urheberrecht
  14. 14.  für urheberrechtlichen Schutz in Dt. grdsl. keine Registereintragung Kennzeichnung (z.B. „©“ o.ä.) Anbringung von technischen Schutzmaßnahmen (Kopierschutz) erforderlich 14 2. Inhalte Urheberrecht
  15. 15.  Ausnahme: Genfer Welturheberrechtsabkommen  Regelwerk zu (fast) weltweiten Vereinheitlichung von Urheber- Standards  Werk gilt mit folgender Angabe international als geschützt: „© [Name des Urhebers] [Jahreszahl]“ 15 2. Inhalte Urheberrecht
  16. 16.  Urheber allein entscheidet,  wer,  was,  wann,  wo,  wozu und  wie lange mit seinem Werk machen darf 16 2. Inhalte Urheberrecht
  17. 17.  stets konkretes Werk in seiner individuellen Ausgestaltung geschützt  Inhalt / Idee nicht geschützt (Ausnahme: fiktive Geschichten / Romane)  auch sog. „kleine Münze“ geschützt (z.B. kurze Werbetexte, Produktbeschreibungen, Kurzgedichte usw.) 17 2. Inhalte Urheberrecht
  18. 18.  Urheberrecht als solches nicht übertragbar  Urheberrecht lediglich vererbbar  aber: Nutzungsrechte können an Dritte übertragen werden (sog. Lizenzen) 18 2. Inhalte Urheberrecht
  19. 19.  generelle Schutzdauer: bis 70 Jahre nachTod des Urhebers  Ausnahme: Schutzdauer von simplen Fotos (Schnappschüsse, Selfies…) bis 50 Jahre nach erstmaligem Erscheinen 19 2. Inhalte Urheberrecht
  20. 20. 20 2. Inhalte Urheberrecht Werk- Arten (§ 2 Abs. 1 UrhG) Texte Fotos Grafiken Videos Musik Tanzkunst Gemälde wiss. & techn. Darstellungen
  21. 21.  auch nicht explizit aufgeführte Werke können geschützt sein  z.B. Computerprogramme, Datenbanken… 21 2. Inhalte Urheberrecht
  22. 22.  Voraussetzung für Entstehung des Urheberrechts: ausreichende Schaffenshöhe (oder auch Schöpfungshöhe)  persönliche geistige Schöpfung   alltägliche, routinemäßige Leistung   nicht Quantität, sondern eher Qualität entscheidend  Beispiel:  Online-Produktbeschreibung   einzelnerTweet  22 2. Inhalte Urheberrecht
  23. 23.  Sonderfall Fotos: unabhängig von der Qualität eines Fotos unterfällt jede Aufnahme dem Schutz des Urheberrechtsgesetzes (UrhG)  auch bloße Schnappschüsse aus dem Urlaub oder von Partys  kein Urheber-, aber Leistungsschutzrecht z.B. für  Hersteller von Lichtbildern  ausübenden Künstler  Tonträgerhersteller  Sendeunternehmer  Datenbankhersteller 23 2. Inhalte Urheberrecht
  24. 24. 24 2. Inhalte Urheberrecht Rechte des Urhebers Veröffentlichung Bezeichnung als Urheber Unterlassen von Bearbeitungen o.ä. öffentliche Wiedergabe Vervielfältigung Verbreitung
  25. 25. 25 2. Inhalte Urheberrecht Ansprüche von Urhebern Auskunft Beseitigung / Unterlassung Überlassung /Vernichtung Schadensersatz Schmerzensgeld
  26. 26. 26 2. Inhalte Urheberrecht Grenzen des Urheberrechts zeitlich räumlichinhaltlich
  27. 27. zeitliche Schranke: Schutzdauer von max. 70 bzw. 50 Jahren räumliche Schranke: UrhG gilt in D, andere Staaten haben eigenes nationales Recht 27 2. Inhalte Urheberrecht
  28. 28. inhaltliche Schranken:  Allgemeinheit (z.B. Zitaterecht, Privatkopie)  Medien (z.B. öffentl. Reden, Berichterstattung)  Gerichte, Behörden, Kirchen & Schulen (z.B. Exemplar für Prozessakte, Kopie für Nutzung im Unterricht)  bestimmte Branchen (z.B. Galerien, Auktionshäuser, Elektrofachhandel) 28 2. Inhalte Urheberrecht
  29. 29. Zitaterecht:  Zitat muss Beleg für eigene Leistung sein  eigene Leistung muss im Vordergrund stehen  Zitat muss als solches gekennzeichnet werden  Werke oder Werkteile können zitiert werden (Groß- / Kleinzitat)  Zitat muss Quellenangabe enthalten 29 2. Inhalte Urheberrecht
  30. 30.  Zitat Beispiel:  „Ein Zitat […] ist eine wörtlich übernommene Stelle aus einemText oder ein Hinweis auf eine bestimmteTextstelle.“ (Quelle:Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat, 10.03.2016, 09:15 Uhr) 30 2. Inhalte Urheberrecht
  31. 31. Bearbeitung fremder Werke:  Abgrenzung zwischen freier und unerlaubter Bearbeitung erforderlich  sog. „Verblassen-Formel“ des BGH: freie Bearbeitung, wenn Züge des ursprünglichen Werks nur noch schwach durchschimmern  durch Bearbeitung muss neues, eigenständiges Werk entstehen  Faustformel: je mehr das Originalwerk noch zu erkennen ist, desto eher ist von einer unzulässigen Bearbeitung auszugehen 31 2. Inhalte Urheberrecht
  32. 32. 2. Inhalte Recht am eigenen Bild 32  alle Menschen in Dt. haben das Recht am eigenen Bild  Ausfluss des verfassungs- rechtlich garantierten allg. Persönlichkeitsrechts (Art. 1, 2 GG)  allg. Rechtsgrundlage in Kunsturheberrechtsgesetz (KUG)
  33. 33. 2. Inhalte Recht am eigenen Bild  freie Entscheidung, ob ein Foto aufgenommen wird und wofür es verwendet werden soll  Entscheidung muss aufgrund der Möglichkeiten / Gefahren der modernen Digital-Fotografie vor Erstellen der Aufnahme mitgeteilt werden können (DSGVO), jedenfalls aber vor Verwendung der Aufnahme (KUG) 33
  34. 34. 2. Inhalte Recht am eigenen Bild  Fotos von Personen, auf denen diese erkennbar abgebildet sind, bedürfen stets der vorherigen Zustimmung (§ 22 KUG)  „erkennbare Abbildung“ schon dann, wenn Person theoretisch erkannt werden kann (tatsächliches Erkennen nicht erforderlich) 34
  35. 35. 35 2. Inhalte Recht am eigenen Bild in die Kamera schauen Ort Zeit Begleitung Tattoos Bildunterschrift Körperhaltung etc. Erkennbarkeitmöglichdurch…
  36. 36.  Einwilligung muss vorab & freiwillig erteilt werden  abgebildete Person muss ausreichend informiert werden, insbesondere über Widerrufsrecht  Einwilligungserklärung kann ausdrücklich oder konkludent erteilt werden, z.B. schriftlich mündlich schlüssigesVerhalten (Nicken, Handschlag, in die Kamera lächeln…) 36 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  37. 37. 37 2. Inhalte Recht am eigenen Bild vorab freiwillig zweckgebunden informiert unmissverständlich aktive Handlung = EINWILLIGUNG
  38. 38.  Einwilligung kann grdsl. jederzeit widerrufen werden  allerdings wichtiger Grund erforderlich  Streit seit 25.05.2018: nun DSGVO oder weiterhin KUG anwendbar? -> u.a. OLG Köln: KUG gilt weiter, aber auch DSGVO zu beachten 38 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  39. 39. 39 2. Inhalte Recht am eigenen Bild Zeitgeschichte • z.B. Politiker-Auftritt Beiwerk • z.B.Tourist neben Kölner Dom Versammlung etc. • z.B. Fußballspiel, Konzert… Kunstwerk • z.B. Illustration eines wiss.Textes Ausnahmen des Einwilligungsgrundsatzes (§ 23 KUG)
  40. 40.  Bilder von Promis  Prinzip: Einwilligungsgrundsatz & Ausnahmen (gem. §§ 22, 23 KunstUrhG)  Besonderheit: Fotos von Prominenten / Personen des öffentlichen Lebens 40 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  41. 41.  „Dreiteilung“:  sog. absoluten Personen der Zeitgeschichte („A-Promis“): Fotos in der Regel ohne Einwilligung erlaubt, nur Privat- / Intimsphäre geschützt  sog. relativen Personen der Zeitgeschichte (durch bestimmtes Ereignis bekannte Personen): Fotos ohne Zustimmung nur im Zusammenhang mit Ereignis erlaubt  Menschen „wie Du & ich“: Fotos nur ausnahmsweise ohne Zustimmung erlaubt (§§ 22, 23 KunstUrhG) 41 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  42. 42.  Dreiteilung nicht „in Stein gemeißelt“, dient als Orientierungshilfe  Faustformel: je bekannter ein Mensch ist, desto eher darf er ohne Einwilligung fotografiert werden  Zweifelsregelung: schriftliche Einwilligung einholen 42 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  43. 43.  Werbung mit Promi-Fotos:  Grundsatz: keine Nutzung der Aufnahme zuWerbezwecken ohne vorherige Zustimmung  Ausnahme: kommerzielleVerwendung ausnahmsweise aufgrund der Meinungsfreiheit ok, wenn nicht nur wirtschaftl. Interessen, sondern auch gewisser Informationsgehalt (z.B. bei kritischem Bezug der Werbung auf aktuelles Ereignis aus Politik, Kultur oder Sport)  Gegenausnahme: es darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass der abgebildete Promi sich mit beworbenem Produkt identifiziert 43 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  44. 44.  Fotos von Minderjährigen  zu differenzieren zwischen  Anfertigung des Fotos  Verwendung des Fotos 44 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  45. 45.  Anfertigung des Fotos: Minderjährige können selbst einwilligen  denn es handelt sich nicht um ein Rechtsgeschäft, sondern um einen Realakt 45 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  46. 46.  Verwendung des Fotos:  < 14 Jahren: Erziehungsberechtigte müssen gefragt werden  14 - 18 Jahre: Jugendlichen können ggf. selbst zustimmen (Einsichtsfähigkeit?)  > 18 Jahren:Volljährigkeit, eigene Entscheidung 46 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  47. 47.  Grenze von 14 Jahren nicht festgelegt, dient als Orientierungshilfe  bei Jugendlichen primär auf individuelle Einsichtsfähigkeit abzustellen  im Zweifel: schriftliche Einwilligung von beiden Erziehungsberechtigten einholen 47 2. Inhalte Recht am eigenen Bild
  48. 48. Exkurs: Urheberkennzeichnung  Urheber hat grdsl. Anspruch auf Nennung als Urheber  Praxis-Problem beiVerwendung fremder Fotos aufWebsites: Anbringung der Urheberkennzeichnung  insoweit unproblematisch:Verwendung selbst aufgenommener Fotos (eigene Entscheidung, ob Kennzeichnung oder nicht) 48 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  49. 49.  uneinheitliche Rechtsprechung:  Angabe an zentraler Stelle ausreichend (z.B. Impressum)  Kennzeichnung in „unmittelbarer Nähe“ des Fotos (z.B. Bildunterschrift)  Nennung des Urhebers im Bild selbst (z.B. durch Signatur, Wasserzeichen etc.)  Urheberangabe im Dateinamen, wenn Bild durch Eingabe der URL direkt abrufbar (Einzelentscheidung, von 2. Instanz aufgehoben) 49 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  50. 50.  uneinheitliche Lizenzbestimmungen:  Individualvereinbarung mit einzelnem Urheber / Rechteinhaber (z.B. Fotograf, Mitarbeiter…)  versch. Betreiber von Stock-Foto-Diensten (Bilddatenbanken, z.B. Fotolia, Getty Images, Pixelio) mit unterschiedlichen Vorgaben für Urheberkennzeichnungen bzgl.  Ort (einzelne Site, zentrale Stelle, am Bild…)  Form („© Fotografenname / PIXELIO“ etc.) 50 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  51. 51.  Beispiel Pixelio-Nutzungsbestimmungen:  „© Fotografenname / PIXELIO“ (inkl. sprechendem Link auf Pixelio-Website)  in der „für die jeweiligeVerwendung üblichenWeise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende“  „Bei der isolierten Darstellung des Bildes durch direkten Aufruf der Bild-URL ist eine Urheberbenennung nicht erforderlich.“ 51 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  52. 52.  Beispiel Nutzungsbestimmungen Adobe Stock (ehem. Fotolia):  „Es muss nur dann ein Bildnachweis hinzugefügt werden, wenn das Bild in einem redaktionellen Beitrag oder in sozialen Medien verwendet wird.Wenn Sie Editorial-Bilder in Druck-Erzeugnissen, Websites, Blogs usw. verwenden, muss die auf der Adobe Stock- Website und im IPTC-Feld für die Quellenangabe angegebene Quellenangabe enthalten sein.“  Beispiel: „Agenturname/Autorenname – stock.adobe.com“. 52 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  53. 53.  Praxistipp Urheberkennzeichnung:  Vorgaben des Urhebers / Rechteinhabers befolgen  im Zweifel jeweils in unmittelbarer Nähe jedes einzelnen Bildes (z.B. Bildunterschrift)  Urhebernennung im Dateinamen wohl nicht nötig  falls möglich lizenzfreies Material nutzen (Achtung: auch hier kann u.U. Urhebernennung erforderlich sein!) 53 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  54. 54. Spezialproblem Social Media:  Wertungswiderspruch in den AGB der sozialen Netzwerke auf der einen & z.B. Stock-Foto-Anbietern auf der anderen Seite  Stock-Fotos: „normale“ Lizenzen lassen oftmals die Weitergabe bzw. die Veröffentlichung auf anderen als der Website des Rechteerwerbers nicht zu  Soziale Medien: regelmäßig AGB-Klauseln, welche die Übertagung der Rechte an allen Nutzer-Inhalten fordern 54 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  55. 55.  Konsequenzen für die Praxis:  immer die exakten Lizenzbestimmungen beachten!  im Zweifel vorab mit Urheber / Rechteinhaber klären, wofür genau das jeweilige Material genutzt werden kann  Vorsicht vor Nutzung von Social Plugins auf Sites mit Bildmaterial ohneWeitergabe- / Social-Media-Klausel  ideal: Erwerb von lizenzfreiem Material oder speziellen Social- Media-Lizenzen 55 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  56. 56.  Bsp.: Adobe Stock (ehem. Fotolia)  „Für dieVerwendung unbearbeiteter Bilder auf Social-Media- Seiten können Sie die Social-Media-optimierte Versionen der Datei herunterladen und verwenden, die bereits die Copyright- Informationen erkennbar innerhalb der Bilddatei enthält und in der richtigen Größe vorliegt. Achten Sie darauf, keine Copyright- Informationen zu entfernen.“ 56 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  57. 57.  Bsp.: Pixabay  „Bilder undVideos auf Pixabay werden unter der Pixabay Lizenz mit den folgenden Bedingungen zurVerfügung gestellt. Durch die Pixabay Lizenz erhältst Du ein unwiderrufliches, weltweites, nicht exklusives und gebührenfreies Recht, die Bilder undVideos für kommerzielle und nicht kommerzielle Zwecke zu verwenden, herunterzuladen, zu kopieren und zu verändern. Eine Nennung des Bildautors bzw. von Pixabay ist nicht erforderlich, wir wissen jedoch eine freiwillige Quellenangabe zu schätzen.“ 57 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild
  58. 58.  Checkliste: zulässige Inhalte fürWebsites / Social Media selbst geschaffene Inhalte (die nicht gegen Gesetze verstoßen oder sittenwidrig sind) fremde Inhalte mit Einwilligung für konkretenVerwendungszeck (z.B. für Print- und / oder Online-Nutzung etc.) Inhalte ohne ausreichende Schaffenshöhe (Abgrenzung schwierig) sog. gemeinfreie Inhalte (z.B. Urteils- oder Gesetzestexte) Zitate (nur als Beleg für eigene Leistung, mit Kennzeichnung & Quellennachweis) Personen-Fotos (im Zweifel mit Einwilligung des / der Abgebildeten) 2. Inhalte Urheberrecht / Recht am eigenen Bild 58
  59. 59. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 59
  60. 60. 3. Anbieterkennzeichnung Impressum  Impressum enthält inhaltlichVerantwortlichen für Website  jeder nicht nur rein private Web-Auftritt benötigt ein Impressum  Pflicht für Webshops (auch Amazon Marketplace, eBay Powerseller etc.), Unternehmens-Website / -Social-Media- Auftritt, Influencer-Kanal, ggf. aber auch für Blog (z.B. bei eingebundener Werbung) 60
  61. 61. 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 61 Impressum klar erkennbar leicht auffindbar ständig erreichbar
  62. 62. „klar erkennbar“:  für objektive Dritte verständliche Bezeichnung des Menüpunktes  ideal: „Impressum“, „Kontakt“ oder „Anbieterkennzeichnung“  nicht zu kreativ werden, Besucher müssen ohneWeiteres erkennen können, wo das Impressum zu finden ist 62 3. Anbieterkennzeichnung Impressum
  63. 63. „leicht auffindbar“:  Nutzer müssen mit max. 2 Mausklicks zu den Pflichtangaben gelangen  ideal: Menüpunkt in Hauptnavigation oder Site-Footer bzw. – Header  jedenfalls nicht in Menüstruktur „verstecken“  unterschiedliche Darstellung auf versch. Endgeräten (Tablet, Smartphone…) beachten 63 3. Anbieterkennzeichnung Impressum
  64. 64. „ständig erreichbar“:  Menüpunkt muss von jeder Einzelseite aus gleichermaßen gut erreichbar sein  ideal: Platzierung in Hauptnavigation oder Site-Footer bzw. – Header  auch z.B. bei teilweisen Abschaltungen / Umstrukturierungen der Website muss Menüpunkt auffindbar sein 64 3. Anbieterkennzeichnung Impressum
  65. 65. Pflichtangaben im Impressum (allg.):  Vor- und Nachname / Firma inkl. Rechtsformzusatz  ladungsfähige Anschrift  Kontaktdaten (Tel., E-Mail, ggf. Fax)  Vertretungsberechtigte (z.B. GmbH-Geschäftsführer)  Registernr. & Registergericht (z.B. bei GmbH)  Umsatzsteuer-ID-Nr. (falls vorhanden)  InhaltlichVerantwortlicher (natürliche Person) 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 65
  66. 66. Pflichtangaben im Impressum (reglementierte Berufe):  Berufsbezeichnung (z.B. Rechtsanwalt, Arzt, Apotheker…) & Land, in dem sie verliehen wurde  Kammer / Aufsichtsbehörde (inkl. Anschrift & Kontaktdaten)  Berufsrecht (Nennung & Link) 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 66
  67. 67. Pflichtangaben E-Commerce; sinnvoll (aber nicht zwingend) im Impressum:  Hinweis auf OS-Plattform (Hinweistext + anklickbarer Link zu „http://ec.europa.eu/consumers/odr“)  Hinweis auf alternative Streitbeilegung gem.VSBG  Öffnungs- / Service-Zeiten (inkl. Kontaktdaten) gem. UWG 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 67
  68. 68. Angaben (optional), z.T. sinnvoll im Impressum:  Urheberrechtsnachweise (z.B. für Stock-Fotos)  Angaben gemäß DL-InfoV (bei Dienstleistungen)  Haftungshinweis („Disclaimer“)  Sonstiges (Bankverbindung, Öffnungszeiten…) 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 68
  69. 69. Impressum MustermannGmbH Geschäftsführer: Max Mustermann Musterstr. 123 12345 Musterhausen Tel. 020-12345678, Fax: 020-12345679, E-Mail: info@mustermann.de Handelsregistereintrag:AG Musterhausen, Nr. HRB 1234 Umsatzsteuer-Identifikationsnr. :DE 123456789 Service / Reklamationen:UnserenService erreichenSie werktags von 9 – 17 Uhr unter derTelefonnr. 020-987654321 sowie per E-Mail unter service@mustemann-gmbh.de. Inhaltlich verantwortlich: Marion Mustermann (Anschrift s.o.) Infos zur Online-Streitbeilegung: Die Internetplattform zurOnline-Beilegung vonStreitigkeiten der EU („OS-Plattform“) ist unter folgendem Link erreichbar: www.ec.europa.eu/consumers/odr (E-Mail- Adresse s.o.). Infos zur alternativen Streitbeilegung:Wir sind zur Beilegung von Streitigkeiten mitVerbrauchern vor einerSchlichtungsstelle weder bereit noch verpflichtet. MUSTER-IMPRESSUM 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 69
  70. 70. 3. Anbieterkennzeichnung Impressum 70 Facebook Twitter LinkedIn Youtube Xing …
  71. 71. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 71
  72. 72. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Datenschutz = Schutz personenbezogener Daten von Menschen  Ausfluss des allg. Persönlichkeitsrechts (Art. 1, 2 GG): Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung  basierend auf Art. 8 EU-Grundrechtecharta (Recht auf Schutz personenbezogener Daten) 72
  73. 73. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  gesetzliche Grundlagen:  dt. Grundgesetz / EU-Grundrechtecharta  EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)  Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)  einzelne Landesdatenschutzgesetze  IT-Sicherheitsgesetz (z.B. § 13 Abs. 7TMG)  Telemediengesetz (TMG)  Telekommunikationsgesetz (TKG)  BSI-Gesetz / Kritis-Verordnung (BSI-KritisV)  Regelungen für Geheimdienste (BKA-Gesetz, MAD-Gesetz, BND-Gesetz)  branchenspezifische, spezialgesetzliche Regelungen, u.a.Transplantationsgesetz (TPG)  etc. etc. 73
  74. 74. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  „personenbezogenen Daten“ als zentraler Begriff des Datenschutzrechts  sehr weitreichend  nur reine Unternehmens- oder Maschinendaten nicht erfasst (z.B. Bilanzen, Statistiken, Konstruktionspläne o.ä.) 74
  75. 75. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  personenbezogene Daten:  alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen (der sog. „Betroffene“).  2 Definitionen: „personenbezogene Daten“ & „Betroffener“ 75
  76. 76. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Identifizierbar ist eine Person dann, wenn sie direkt oder indirekt anhand von bestimmten Merkmalen identifiziert werden kann, die Ausdruck der  physischen,  physiologischen,  genetischen,  psychischen,  wirtschaftlichen,  kulturellen oder  sozialen  Identität dieser Person sind 76
  77. 77. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 77 • Name • Anschrift • … persönliche Daten • Bankverbindung • Überweisung • … Finanzdaten • Größe • Gewicht • Haarfarbe • … allg. äußerliche Merkmale • Fingerabdruck • DNA-Probe • … biometrische Daten • erkennbar abgebildete Personen Fotos • AU- Bescheinigung • Diagnose • … Gesundheitsdaten • AC – XY 1234 Kfz-Kennzeichen • dynamisch & statisch IP-Adressen BeispielepersonenbezogenerDaten:
  78. 78. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 78 besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 Abs. 1 DSGVO) rassische / ethnische Herkunft politische Meinungen religiöse / weltanschauliche Überzeugungen Gewerkschaftszugehörigkeit genetische & biometrische Daten allg. Gesundheitsdaten Daten über Sexualleben / sexuelle Orientierung
  79. 79. 4. Datenschutzrecht Grundlagen Verantwortliche Stelle: natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel derVerarbeitung von personenbezogenen Daten entscheidet -> Behörden, Unternehmen & Vereine erfasst 79
  80. 80. 4. Datenschutzrecht Grundlagen Verarbeitung von Daten: jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten sehr weitgehender Begriff, egal ob es sich um normale oder besondere personenbezogene Daten handelt 80
  81. 81. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 81 Verarbeiten Erheben, Erfassen Auslesen, Abfragen Verändern, Anpassen, Einschränken Speichern Löschen, Vernichten Ordnen, Organisieren Abgleichen, Verknüpfen Offenlegen durch Übermittlung, Verbreitung, Bereitstellung
  82. 82. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 82Datenschutz-Grundsätze Rechtmäßigkeit Transparenz Treu und Glauben Zweckbindung Datenminimierung Richtigkeit Speicherbegrenzung Integrität & Vertraulichkeit
  83. 83. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Grundsatz der Rechtmäßigkeit:  Verbot mit Erlaubnisvorbehalt  JedeVerarbeitung personenbezogener Daten ist grdsl. unzulässig, sofern keine Ausnahme vorliegt. 83
  84. 84. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 84 zulässige Verarbeitung personenbezogener Daten Einwilligung gesetzl. Ausnahmetatbestand überwiegende berechtigte Interessen
  85. 85. 4. Datenschutzrecht Grundlagen Interessenabwägung:  Interessen desVerantwortlichen vs. Interessen des Betroffenen  berechtigte Interessen desVerantwortlichen müssen Interessen des / der Betroffenen überwiegen  Verantwortlicher hat Nachweispflicht 85
  86. 86. 4. Datenschutzrecht Grundlagen Einwilligung:  jede freiwillig für den bestimmten Fall, in informierter Weise und unmissverständlich abgegebene Willensbekundung in Form einer Erklärung oder einer sonstigen eindeutigen bestätigenden Handlung  ausreichende Informationen vor Einwilligungserklärung (Mindestinhalt: verantwortliche Stelle, Zweck & Umfang der Einwilligung, Widerrufsrecht)  Schriftform keine Pflicht, aber sinnvoll (Nachweispflicht!) 86
  87. 87. 4. Datenschutzrecht Grundlagen 87 vorab freiwillig zweckgebunden informiert unmissverständlich aktive Handlung = EINWILLIGUNG
  88. 88. 4. Datenschutzrecht Grundlagen gesetzl. Ausnahmetatbestände (DSGVO):  zur Erfüllung einesVertrages (z.B. Bestellung im Onlineshop)  zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen (z.B. Angebotsanfrage)  aufgrund rechtlicherVerpflichtung (z.B. steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen)  Schutz lebenswichtiger Interessen der betroffenen Person oder eines Dritten (z.B.Verarbeitung von Gesundheitsdaten zum Schutz vor Epidemien oder aus humanitären Gründen)  Wahrnehmung einer im öffentlichen Interesse liegenden Aufgabe / Ausübung öffentlicher Gewalt (z.B. „Knöllchen“ vom Ordnungsamt) 88
  89. 89. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Grundsatz der Zweckbindung:  Personenbezogene Daten müssen für festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben werden und dürfen nicht in einer mit diesen Zwecken nicht zu vereinbarendenWeise weiterverarbeitet werden (wenige Ausnahmen u.a. für wissenschaftl. Forschungszwecke) 89
  90. 90. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Grundsatz der Speicherbegrenzung:  Personenbezogene Daten müssen in einer Form gespeichert werden, die die Identifizierung der betroffenen Personen nur so lange ermöglicht, wie es für den Zweck derVerarbeitung erforderlich ist (wenige Ausnahmen u.a. für wissenschaftl. Forschungszwecke)  -> Löschkonzept! 90
  91. 91. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Grundsatz der Datensicherheit:  Ziele: Vertraulichkeit, Integrität &Verfügbarkeit der Daten  Es müssen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.  unter Berücksichtigung  des Stands derTechnik,  der Kosten sowie  der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke derVerarbeitung 91
  92. 92. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  EuGH, „FashionID“-Urt. v. 29.7.2019, C-40/17:  gemeinsame Verantwortlichkeit von Facebook & Fanpage- Betreiber bzw. Nutzer von Social Plugins  Gerichtsentscheidung primär nur auf Facebook & Fanpage- Betreiber anwendbar, aber auch auf andere soziale Netzwerke übertragbar 92
  93. 93. 4. Datenschutzrecht Grundlagen  Betrieb von Social-Media-Accounts:  Abschluss eines Vertrages über gemeinsame Verantwortlichkeit (sog. Joint Controllership gem. Art. 26 DSGVO) – z.Zt. nur bei Facebook möglich  Datenschutzerklärung für Social-Media-Account  Praxis-Tipp: Anpassung derWebsite-Datenschutzerklärung  Verweis von Social-Media-Accounts aufWebsite  per sprechendem Link (z.B. „Datenschutzerklärung: www.xyz.de/datenschutz“ o.ä.)  „Rückverweis“ auf soziale Medien 93
  94. 94. 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung  jede nicht nur rein privateWebsite benötigt eine Datenschutzerklärung (DSE)  das gilt entsprechend auch für Social-Media-Profile  „neue“ inhaltliche Anforderungen seit 25. Mai 2018 (DSGVO) 94
  95. 95. 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung  Gestaltung des DSE-Menüpunkts: vergleichbar mit Impressum- Menüpunkt (ideal: „Datenschutz“-Menüpunkt in Haupt-Navigation oderWebsite-Footer)  DSE in  präziser,  transparenter,  verständlicher und  leicht zugänglicher Form  sowie in einer  klaren und  einfachen Sprache 95
  96. 96. 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung  Tipps für die Umsetzung in die Praxis:  Responsive Design  ggf. vorangestelltes Inhaltsverzeichnis mitVerlinkung zu den jeweiligen Unterpunkten („anchor links“)  ggf. „mehrstufige Darstellung“ (vgl. XING.de)  ggf. „Aufklapp-Darstellung“ („Ziehharmonika-Effekt“, z.B. mit HTML5‐Befehlen <details> und <summary>) 96
  97. 97. 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung 97 Facebook Twitter LinkedIn Youtube Xing …
  98. 98.  DSE-Inhalte (allg.), insbesondere:  Namen & Kontaktdaten desVerantwortlichen  ggf. Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten  Zwecke der Datenverarbeitung & deren Rechtsgrundlage  ggf. Empfänger oder Kategorien von Empfängern  ggf. Absicht der Übermittlung an Drittland oder intern. Organisation + Grundlage für deren Zulässigkeit  ggf. Angabe des berechtigten Interesses  Dauer der Datenspeicherung bzw. Kriterien für die Festlegung dieser Dauer  Hinweis auf Betroffenenrechte (Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Widerspruch, Widerruf, Beschwerde & Datenportabilität)  ggf. Info über Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung (einschl. Profiling) & aussagekräftige Infos über involvierte Logik,Tragweite und Auswirkungen  ggf. Hinweis auf gesetzl. oder vertragl. Pflicht zur Bereitstellung der Daten & Folgen der Nichtbereitstellung 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung 98
  99. 99.  DSE-Inhalte (falls eingesetzt):  Kontaktformular  Newsletter  Nutzerregistrierung / Kundenbereich  Kommentarfunktion  Analysesoftware (Google Analytics, Matomo/Piwik, Etracker…)  Einsatz von Cookies  Einbindung von Social Plugins  Werbung  SSL- /TLS-Zertifikat (seit 2015 Pflicht!)  etc. etc. 4. Datenschutzrecht Datenschutzerklärung 99
  100. 100. 4. Datenschutzrecht Web-Tracking / -Analyse Einsatz von Google Analytics & Co. -Voraussetzungen:  Codemodifikation (IP-Adressen dürfen nicht ungekürzt erhoben werden)  Hinweis auf Widerspruchsmöglichkeit (z.B. per Browser-Addon oder Opt-Out-Cookie)  Hinweis auf Funktionsweise der Software (Anpassung der Datenschutzerklärung)  Vertrag mit Software-Anbieter (z.B. Google) über Auftragsverarbeitung oder ggf. gemeinsameVerantwortlichkeit  keine Aktivierung einer Nutzer-ID / Profilbildung  Altdaten / bestehenden Account ggf. löschen 100
  101. 101. 4. Datenschutzrecht Cookie-Layer ProblemkreisCookies – sind Cookie-Layer Pflicht? betrifft: Cookies, die für den Betrieb derWebsite techn. nicht notwendig sind gem. Nutzungsbedingungen von Google: auf jeden Fall gem. Datenschutzkonferenz (DSK): ja gem. EuGH & BGH: unbedingt häufig anzutreffen (aber unzulässig): Cookie-Layer mitOpt-out gefordert: Cookie-Layer mit Opt-in sehnlichst erwartet: Regelung durch E-Privacy-Verordnung 101
  102. 102. 4. Datenschutzrecht Cookie-Layer 102  (wohl) tech. notwendige Cookies für…  (wohl) techn. nicht notwendige Cookies für… virtuellen Warenkorb Tracking Spracheinstellungen Web-Analyse Medieninhalte (Flash-Cookies) Retargeting / Remarketing Einbindung von Zahlungsdienstleistern Social-Plugins Live-Chats / Messenger eingebundene Videos (Youtube,Vimeo…) Speicherung der Zustimmung / Ablehnung von Cookies eingebundene Karten (Google Maps…) … …
  103. 103. 4. Datenschutzrecht Cookie-Layer Einbindung von Social Plugins per „2-Klick-Lösung“ o.ä. Einbindung von Platzhaltergrafiken (ohne sonstige Funktionen) Informationen über Social Plugins & „2-Klick-Lösung“ (Mouse-over-Text) Aktivierung der Social Plugins nach 1. Mausklick des Nutzers Nutzung der Funktionen der Social Plugins erst nach 2. Maus-klick des Nutzers Ausdrücklicher Hinweis auf die Social Plugins & deren Funktionsweise in der Datenschutzerklärung 103
  104. 104. Inhalt / Übersicht 1. Einführung / Überblick 2.Inhalte (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) 3. Anbieterkennzeichnung (Impressum) 4.Datenschutzrecht 5.Haftung für Inhalte / Links 104
  105. 105. 5. Haftung für Inhalte  Haftung grdsl. möglich u.a. bei  Behauptung unwahrerTatsachen  Meinungsäußerung, sofern diese die Grenze zur sog. Schmähkritik überschreitet  Bedrohung, Erpressung & sonstigen Straftatbeständen  Urheberrechtsverletzungen  Wettbewerbsverstößen  Datenschutzverletzungen 105
  106. 106. 5. Haftung für Inhalte 106 Haftung gem. §§ 7-10TMG Content- Provider Service- Provider Access- Provider
  107. 107. 5. Haftung für Inhalte Content Provider (§ 7TMG):  Anbieter eigener Inhalte  nahezu alle Website-Betreiber  egal, ob Homepage, Blog, Social Media Profil, News-Site…  Haftung für eigene Informationen in vollem Umfang nach den allg. Gesetzen 107
  108. 108. 5. Haftung für Inhalte Service Provider (§ 10TMG):  Plattform-Betreiber, Anbieter fremder Inhalte  z.B. eBay,Youtube, Facebook…  Haftung für fremde Inhalte  wenn nach Kenntniserlangung nicht unverzüglich gehandelt wird,  bei Zueigenmachen fremder Inhalte oder  bei Provokation rechtswidriger Inhalte Dritter 108
  109. 109. 5. Haftung für Inhalte Access Provider (§ 8TMG):  bloße Zugangsvermittler  z.B.Telekom,Vodafone, Netcologne, 1&1…  Haftung nur in Ausnahmefällen für die übermittelten Informationen, z.B. wenn sie die Übermittlung selbst veranlasst haben 109
  110. 110. 5. Haftung für Inhalte  Fazit:  i.d.R. Content-Provider (bzgl. eigenerWebsite, Blog…): Haftung für eigene Inhalte (ohne Privilegierung)  z.T. auch Service-Provider (z.B. bei Betrieb eines Forums…): Haftung u.U. auch für Fremd-Inhalte (Privilegierung gem. § 10TMG)  anlassloseVorab-Kontrolle nicht verpflichtend, aber jedenfalls stichprobenartige Prüfung sinnvoll 110
  111. 111. 5. Haftung für Links  Haftung für Links auf fremde Websites mit rechtswidrigen Inhalten grdsl. möglich durch  Verlinkung trotz der Kenntnis der Rechtswidrigkeit  Zueigenmachen  Unterlassen unverzüglichen Handelns nach Kenntniserlangung 111
  112. 112. 5. Haftung für Links  aber: Setzen von Hyperlinks grdsl. zulässig, da Links wertneutral  auch sog. „deep links“ (Verlinkungen nicht direkt mit der Startseite, sondern einer bestimmten Unterseite)  keine generelle Pflicht zur Prüfung bestehender Links, aber zumindest einmaligeVorab-Prüfung der verlinkten Inhalte empfehlenswert 112
  113. 113. 5. Haftung für Links  EuGH hat 2016 entschieden, dass schon die Verlinkung auf eine Website, auf der geschützteWerke ohne die entsprechende Berechtigung veröffentlicht werden, eigenerVerstoß gegen das Urheberrecht sein kann  Voraussetzung: „mit Gewinnerzielungsabsicht“ (also grdsl. bei allen nicht nur rein privat betriebenenWebsites, eine mittelbare Gewinnerzielungsabsicht wohl ausreichend)  Fazit: entweder keine externen Links mehr oder vorab Einholung einer Bestätigung, dass auf zu verlinkender Site keine Rechtsverstöße 113
  114. 114. noch Fragen… ? 114
  115. 115. Rechtsanwalt Michael Rohrlich Heinestr. 9 52146Würselen Tel.: 02405 – 1408040 Fax: 02405 – 1408041 Mobil: 0177 – 5554462 E-Mail: info@ra-rohrlich.de WWW: ra-rohrlich.de Facebook: facebook.com/ra.rohrlich Twitter: twitter.com/MichaelRohrlich Xing: xing.com/profile/Michael_Rohrlich LinkedIn: linkedin.com/in/michael-rohrlich- 3577b3109 Internet: www.ra-rohrlich.de www.rechtssicher.info 115
  • AlexandraSchulz1

    Sep. 6, 2021
  • ValerieRoedder

    Mar. 1, 2021

Einführung Social Media Recht

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